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Gerti Mariacher - Palliative Care & mehr

Es bedeutet nicht so viel,
wie man geboren wurde.
Es hat aber unendlich viel zu bedeuten,
wie man stirbt.
Søren Kierkegaard

Fragen und Antworten

Was passiert wenn jemand zu Hause stirbt?

Wenn jemand zu Hause stirbt hat das viele Aspekte. Das reicht vom organisatorischen, medizinischen über emotionale und wirtschaftliche Belastungen.

Die Zeit des Sterbens ist vor allem aber eine sehr intensive und vielleicht auch eine wichtige Phase inneren Wachstums für alle Beteiligten. Sie wird von manchen als eine Hochschaubahn entfesselter Gefühle erlebt. Liebe, Trauer, Geborgenheit, Angst, Zorn, Akzeptanz, Rückzug – alles ist möglich und für Nahestehende oftmals nicht nachvollziehbar. Andere wieder gehen ganz leise. Jeder nimmt auf seine Weise Abschied, bewusst oder unbewusst, meist so wie er gelebt hat.

Doch eines steht fest: All diese Faktoren ergeben sich auch, wenn die letzten Momente in einer öffentlichen Einrichtung stattfinden - und es stellt somit diesbezüglich keinen Unterschied dar.

Durch private Begleitung ergibt sich allerdings die Möglichkeit persönlich und individuell auf die Gegebenheiten einzugehen.

 

Was ist Palliativ Care  genau?

Das Ziel aller medizinischen und sonstigen Maßnahmen richtet sich jetzt nach der Lebensqualität der Patienten oder Betroffenen. Palliativmedizin und Palliativpflege umfasst die interdisziplinäre Versorgung und Betreuung von Menschen bei fortgeschrittenen Erkrankungen mit begrenzter Lebenserwartung. Verschiedenste Beschwerden wie Übelkeit, Atemnot, Schmerzen und auch psychische, spirituelle oder soziale Nöte sollen gelindert werden, das Wohlbefinden verbessern und unnötiges leid verhindern. Dabei wird auf die Bedürfnisse der Kranken ebenso geachtet, wie auf jene der nahestehenden Personen.

Der Tod darf nicht beschleunigt und der Sterbeprozess nicht gegen den Willen der Menschen hinausgezögert werden.

 

Werden Sie da sein, wenn es zu Ende geht?

Rufbereitschaft und die persönliche Begleitung im tatsächlichen Sterbeprozess können natürlich vereinbart werden. Es ist mir ein Anliegen und mein Ziel gerade in dieser schwierigen Phase nach Möglichkeit an Ihrer Seite zu sein.

 

Was soll ich den Kindern sagen? Kann ich Ihnen das zumuten?

Kinder wollen Bescheid wissen und ernst genommen werden. Deshalb ist der vielfach geäußerten Meinung zu widersprechen, man müsse Kinder "schonen", denen der Verlust eines Angehörigen bevorsteht, und sie vor der Realität "bewahren". Es ist verständlich, dass man sein Kind instinktiv beschützen und vor seelischem Schmerz bewahren möchte. Gerade dieses "Verschonen" aber ist bei einem bevorstehenden Verlust nicht möglich: das Kind spürt ganz genau, dass etwas nicht in Ordnung ist. Es merkt, dass die Menschen in seiner Umgebung sich anders verhalten.

Ein Kind "vor der Realität zu bewahren", führt vielmehr dazu, dass sich das Kind ausgeschlossen fühlt. Es wird vielleicht angstmachende Phantasien entwickeln, die schlimmer sein können, als es die Realität wäre, die einem Kind zugemutet würde. Außerdem wird das Vertrauen des Kindes zu den Erwachsenen massiv gestört, wenn nicht gar auf Dauer zerstört. Wenn hingegen Krankheit und Tod keine Tabuthemen sind, wo Fragen wahrheits- und kindgemäß beantwortet werden, da ist erfahrungsgemäß nicht nur das Kind, sondern die ganze Familie besser auf einen schweren Verlust vorbereitet. Erklären Sie dem Kind was passiert, sprechen Sie auch über Ihre Gefühle. Lassen Sie Kinder selbst entscheiden, ob, wann und wie es damit umgehen möchte.

 

Was verstehen Sie unter einem "guten Ende"?

Die zwölf Elemente eines „guten Todes“ laut dem "Editorial British Medical Journal, Richard Smith, Herausgeber, Januar 2000 lauten:

  • Zu wissen, wann der Tod kommt, und zu verstehen, was zu erwarten ist
  • Die Kontrolle über das Geschehen zu behalten
  • Würde und Privatsphäre zugestanden bekommen
  • Eine Behandlung der Schmerzen und anderer Symptome
  • Die Wahl zu haben, wo man sterben möchte (zu Hause oder anderswo)
  • Alle nötigen Informationen zu bekommen
  • Jede spirituelle und emotionale Unterstützung zu bekommen
  • Hospizbetreuung überall, nicht nur im Krankenhaus
  • Bestimmen zu können, wer beim Ende dabei sein soll
  • Vorausbestimmen, welche Wünsche respektiert werden sollen
  • Zeit zu haben für den Abschied
  • Gehen zu können, wenn die Zeit gekommen ist, und keine sinnlose Lebensverlängerung zu erleiden 

 

Wie soll das zu Hause gehen?

Wir treffen uns dort, wo der todkranke Mensch seine letzte Lebensphase verbringen möchte, zu einem informellen gemeinsamen Gespräch. Ich kann mir vor Ort ein Bild zur gegenwärtigen Situation machen und Sie können mit mir Ihre Ängste, Bedürfnisse  und Fragen bezüglich zur Begleitung, Betreuung oder Pflege zu Hause besprechen.
Die private Lebenswelt eines Sterbenden muss vielfach neu geordnet werden. Anschließend gebe ich  Ihnen einen Überblick über meine Leistungen und Möglichkeiten in Kooperation mit weiteren Kooperationspartnern wie Palliativmedizinern, Pflege und Betreuung  durch öffentliche Einrichtungen, Hausärzten, psychosoziale und/oder spirituelle Begleitung usw. Wenn Sie sich in Ruhe dazu entschieden haben, dass ich Sie auf diesem Weg begleiten soll, werde ich gemeinsam mit Ihnen die nötigen Schritte oder Hilfsmittel zur Umsetzung des Vorhabens planen und organisieren.

 

Sind Sie rund um die Uhr da?

Nein. Wenn Sie eine 24h-Pflege oder Betreuung benötigen werde ich Sie bei der Organisation unterstützen und diese vor Ort pflegerisch einschulen. Die pflegerischen Maßnahmen werden auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt und es wird dazu auch eine einfache Pflegedokumentation geführt. Je nach Bedarf oder Vereinbarung komme ich zur Pflegevisite vorbei. Für Notfälle biete ich Ihnen Rufbereitschaft an.

 

Was mache ich im Notfall?

In der Betreuung von schwerkranken und sterbenden Menschen können immer wieder Krisen- und Notfallsituationen auftreten. Die meisten Situationen sind bei entsprechender Vorbereitung gut zu Hause bewältigbar. Wir werden daher gemeinsam mit allen Beteiligten (Patient, Arzt, Angehörige, Pflege) einen Notfallplan erstellen, in welchem die Maßnahmen zu möglichen Krisen schriftlich festgehalten werden. Diese Anleitung ermöglicht es rasch zu reagieren und gibt Sicherheit. 

 

Was  ist eine Patientenverfügung?

Eine Patientenverfügung ist eine vorsorgliche Willenserklärung, durch die entscheidungsfähige Patienten die eigenen Wünsche vorausschauend für oder gegen bestimmte Maßnahmen am Ende ihres Lebens zum Ausdruck bringen. Sie wird mit einem Arzt des Vertrauens erstellt und kann bei einem Notar hinterlegt werden. Wenn es ihr Wunsch ist kann ich Sie dabei organisatorisch unterstützen. Mehr dazu 

 

Woher soll ich die Zeit zur Begleitung nehmen?

Seit 1. Juli 2002 gibt es die Familienhospizkarenz. Wenn Sie diese in Anspruch nehmen möchten, können Sie ihre Arbeitszeit reduzieren oder sich ganz karenzieren lassen. Sie sind während dieser Zeit kran­ken- und pensionsversichert und haben vollen Kündigungsschutz. Ihre Abfertigungsansprüche bleiben erhalten. Dabei ist es unerheblich warum sich die zu begleitenden nahen Angehörigen in einem lebensbedrohlich schlechten Gesundheitszustand befinden (krankheits-, unfall- oder altersbedingt). Zunächst kann die Familienhospizkarenz für läng­stens drei Monate verlangt werden. Bei Bedarf ist eine Verlänge­rung auf bis zu sechs Monate pro Anlassfall möglich. Der Antritt muss mit dem Dienstgeber vereinbart werden. Mehr dazu 

 

Was ist wenn es vorbei ist?

Das Ende ist auch ein Anfang. Schritt für Schritt gilt es den Verlust und die veränderten Lebensbedingung zu begreifen und die Trauer zu bewältigen. Neben dem Trost, den man in dieser Lebenssituation sucht, braucht man Menschen, die einem Rat und Halt in dieser schweren Zeit geben. Auch für diese Zeit biete ich Ihnen gerne meine Unterstützung an.

 

Wie halten Sie das aus – immer mit Krankheit, Sterben und Tod konfrontiert zu sein?

Ich empfinde es als Berufung und sehr wertvolle Bereicherung in diesen so schweren und intensiven Bewegungen des Lebens anwesend sein zu dürfen. Auch ich bin manchmal traurig über die Schicksale die mir begegnen und gleichzeitig bin ich dankbar und bewegt, dass mir Menschen in so schwierigen Phasen ihres Lebens ihr Vertrauen schenken. Es ist für mich immer wieder sehr berührend zu erleben, was alles möglich wird und wie Menschen an den Herausforderungen dieser Zeit wachsen. Das erfüllt mich mit Freude und ist für mich wieder Motivation und Energie, weil es ein würdevolles, gutes Ende nimmt.

 

© Gerti Mariacher | 2013
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